Studie Rüttenscheider Stern

Gebäudedaten:

Standort: Essen
Planung / Baubeginn: 1999
Nutzung: Büroräume, Bankfiliale, Geschäfte und Wohnen
Fläche: ca. 26.700 m²

Bauherr:

Bilfinger+Berger Projektentwicklung, Essen

Der Stadtteil Rüttenscheid gilt auch über die Stadt Essen hinaus als einer der attraktivsten und lebendigsten Stadtteile Essens mit intakten Wohnquartieren und einer hochwertigen Einzelhandelsstruktur sowie einem vergleichsweise engen Angebot an unterschiedlichsten Gastronomien. Zentrum des Stadtteils ist der “Rüttenscheider Stern”, eine stadträumliche Aufweitung um eine Kreuzung zweier Hauptverkehrsstraßen. Gebäude ganz unterschiedlichen Charakters aus verschiedenen Zeitepochen prägen die städtebauliche Situation. Auf einer “Ecke” des Rüttenscheider Sterns befindet sich ein Parkplatz.

Dieser Bereich sowie der dahinter liegende Gebäudekomplex waren Zielgebiet der Studie, deren Aufgabe es war, dem Rüttenscheider Stern durch eine architektonisch hochwertige, unverwechselbare Bebauung die Wertigkeit zu geben, die ihm in seiner Funktion und Lage in der Stadt zukommt. Dazu gehören das Erreichen einer hohen Aufenthaltsqualität im Außenraum sowie das Einbinden und Herausarbeiten vorhandener und neuer Fußgängerströme bis hin zum nahe liegenden Rüttenscheider Marktplatz.

Der Platz am Rüttenscheider Stern fungiert zurzeit als Parkplatz und besitzt keine stadträumlichen Qualitäten. Den “Rückraum” des Platzes beherrscht ein in den 1960er Jahren errichteter siebengeschossiger Gebäudekomplex mit Waschbetonfassaden, der den städtebaulichen Maßstab erheblich stört. Das Konzept der Studie sieht vor, dieses bestehende Büro- und Geschäftshaus abzubrechen und durch eine neue Bebauung zu ersetzen:
Ein 4- bis 6-geschossiges Gebäude nimmt mit einer geschwungenen Fassade Fluchten der bestehenden Platzbebauung auf und formuliert so einen Übergang in das dahinter liegende Wohnquartier. In diesem Gebäude befinden sich neben Geschäften im Erdgeschoss vor allem Büronutzungen. Eine Ladenpassage verbindet das Gebäude mit dem Rüttenscheider Platz, auf dem regelmäßig ein Wochenmarkt stattfindet.

Den zweiten und entscheidenden Teil des Bebauungskonzepts bildet das siebengeschossige “Sternhaus” im Bereich des derzeitigen Parkplatzes. Der Baukörper in Form eines “Plektrons” formuliert mit seiner verglasten Fassade, seinem architektonischen Ausdruck und den entstehenden spannenden Außenräumen an exponierter Lage das Zentrum Rüttenscheids. Durch seine Positionierung aus allen Richtungen sichtbar vermittelt das Gebäude die dem Ort angemessene Bedeutung für die Stadt.

Das bestehende Verkehrserschließungskonzept bleibt durch die Planung weitestgehend unberührt. Sowohl unter dem Rüttenscheider Stern als auch unter dem Rüttenscheider Platz sind Tiefgaragen vorgesehen. Sie entspannen die kritische Parkplatzsituation in Rüttenscheid. Der Marktplatz wird durch eine Neugestaltung aufgewertet und in das städtische Umfeld integriert.