Autozentrum Moskau

Gebäudedaten:

Standort: Moskau
Planung / Baubeginn: 2006
Nutzung: Zentrum für Automobilhandel und Freizeiteinrichtungen

Bauherr:

Russischer Investor

Das Areal des Autozentrum Moskaus befindet sich im Nordwesten des Stadtzentrums. Das Gelände fällt von Osten nach Westen um ca. 7 bis 8 m ab und wird an seiner Westgrenze von einem Bach begrenzt. Zufahrten auf das Grundstück sind sowohl direkt vom Autobahnring wie von einer Erschließungsstraße möglich, die das Areal im Osten begrenzt.


Die wesentlichen Funktionen und Nutzungen, die in dem Konzept zu verwirklichen waren, sind


- Neuwagen-Pavillons
- Werkstätten (frei und händlergebunden)
- Flächen für Gebrauchtwagen, Kundenfahrzeuge, Ersatzfahrzeuge und Neuwagen
- ein Supermarkt (ca. 11.000 m²)
- ein Kinocenter (ca. 4.000 m²)
- eine Cart-Bahn
- Shops und Gastronomie


Die Nutzungen sollten in einem Gebäudekomplex organisiert werden und durch überdachte Boulevards für die Besucher witterungsgeschützt erreichbar sein.
Im Außenbereich sind die notwendigen Stellplätze, Logistikflächen sowie eine Off-Road Teststrecke zu realisieren. Zudem sollen Teile der, den Komplex umfahrenden internen Erschließungsstraße durch das temporäre Zuschalten weiterer Flächen als Rennstrecke genutzt werden können.


Als weitere Option sollen Büroflächen realisiert werden können.


Die Gesamtfigur


Vorgabe des Bauherrn war die Staffelung der Nutzungen mit den Neuwagen-Pavillons auf der der Autobahn zugewandten Seite, einem inneren Bereich für die Gebrauchtwagen und einer Werkstattzone auf der anderen Seite. Dabei sollten alle Zonen durch überdachte Boulevards miteinander verbunden werden.


Der Zuschnitt des Grundstücks hat zu einer baulich sehr markanten und unverwechselbaren Form geführt, die einem Bumerang ähnelt. In dieser Form, die sich elegant auf das Grundstück legt und den Linien der Topographie folgt, sind alle wesentlichen Funktionen und Nutzungen untergebracht. Aus der Form könnte das Logo des Autozentrums entwickelt werden.

Die Zonierung


Die Zonierung innerhalb des Bumerangs folgt im Wesentlichen den oben beschriebenen Vorgaben:


(1) An seiner nach außen geschwungenen süd-östlichen Seite liegen die Neuwagenpavillons der Hersteller und Händler.
(2) Im Innenbereich befinden sich verschiedene Nutzungen:
Im Zentrum beiderseits einer großzügigen Piazza der Kinokomplex sowie die Cart-Bahn, hinzu kommen Flächen für Shops, Events und Sonderaustellungen. Jeweils seitlich nach Norden bzw. Süden schließen sich die Gebäude für die Gebrauchtwagen an. Auf diesen Gebäuden können Büroflächen in dem Maße aufgesetzt werden, wie sie benötigt werden bzw. zu vermarkten sind.
Zwei gläserene Autotürme markieren jeweils das Ende bzw. den Beginn der inneren Zone.
(3) An der nach innen gezogenen Westseite liegen im Wesentlichen die Werkstätten.
(4) Die beiden „Köpfe“ des Bumerang sind spektakulär besetzt:
Im Norden mit einem großen Supermarkt, im Süden durch einen besonderen Auto-Showroom.


Die Neuwagen-Pavillons (1)


Die Pavillons für die Neuwagen der Hersteller und Händler sind als  freistehende, unter das große Dach des Boulevards geschobene Baukörper konzipiert. Die beim aktuellen Stand 12 Gebäude können zu allen vier Seiten Autos präsentieren, jeweils eigene Eingänge sowohl von außen wie von innen sind möglich. Die Höhe der Bauten erlaubt eine Ausstellung auf zwei Ebenen. Die Pavillons liegen paarweise etwas enger zusammen und können so auch zu einem größeren Gebäude zusammen geschaltet werden, ggf. kann auch ein  Service- oder Werkstattbereich je zwei Pavillons verbinden.
Ob es an den Gebäuden die im Konzept dargestellten gläserne Autotürme geben wird, hängt im Wesentlichen von den Konzepten der Händler ab.


Der Innenbereich (2)


Piazza, Cart-Bahn und Kinokomplex


Der Innenbereich des Bumerangs wird von einer großen Piazza halbiert, die der Besucher über den Haupteingang betritt, und die sich durch den gesamten Komplex bis zur Westseite durchsteckt. Hier bietet sich dem Besucher ein phantastischer Ausblick auf die Off-Road-Strecke, die dem Bachverlauf folgt.
Die Piazza dient den Besuchern als Orientierungspunkt und Ort der Information, gleichzeitig kann sie für besondere Events genutzt werden. Ein großer Pavillon kann für Sonderaustellungen genutzt werden.
Flankiert wird die Piazza im Norden von der Cart-Bahn, im Süden vom Kinokomplex. Die Cart-Bahn, mit ihren über mehrere Ebenen verlaufenden Cart-Bahnen als gläserne Box gebaut, bildet eine große Attraktion für die Besucher des Autozentrums. Auf der gegenüberliegenden Seite kann der große Saal des Kinozentrums mit einer Bühne versehen werden, und so für Events und Präsentationen genutzt werden.

Gebrauchtwagen


Beidseits von Kino und Cart-Bahn schließen sich die Gebäude für die Gebrauchtwagen an. In offenen, parkhaus-ähnlichen Strukturen können die gebrauchten Autos präsentiert werden. Gleichzeitig können die Händler hier ihre Neuwagen zur Auslieferung vorhalten, die Ersatzwagen für die Kunden abstellen wie auch die Autos ihrer Mirarbeiter. Falls notwendig, kann dazu noch in Teilen eine –1 Ebene ausgebildet werden, die dann auf demselben Niveau wäre, wie die Zufahrt zu den Werkstätten von Westen.


Büro


Büroflächen können auf die Gebäudestrukturen der Gebrauchtwagenausstellung aufgesetzt werden. Ihre Geschossigkeit hängt vom Bedarf und der möglichen Vermarktung ab. Es ist auch vorstellbar, an dieser Stelle ein Hotel zu organisieren. Die notwendigen Stellplätze für diese Nutzungen können auf einer weiteren Ebene der Gebrauchtwagenausstellung nach errichtet werden.


Autotürme


Als Option sind in der vorliegenden Planung den beiden Enden der Innenzone begehbare gläserne Autotürme vorgesehen. Mit einer Höhe von bis zu 30 Geschossen (20 Autos pro Geschoss) markieren sie signifikant und weit sichtbar das Autozentrum an der Ringautobahn.
Die Türme können sowohl Gebraucht- wie Neuwagen aufnehmen und von den Händlern als begehbares  „Lager“ genutzt werden.


Die Werkstätten


Die Werkstätten liegen an der Westseite des Autozentrums und sind direkt von außen anfahrbar. Ihre Anzahl entspricht den Neuwagen-Pavillons, zusätzlich gibt es Flächen für freie Werkstätten. Das Ausnutzen der Topographie des Grundstückes erlaubt es, die Werkstätten mit einer ausreichenden Höhe für die Arbeit an den Hebebühnen zu versehen und auf diese Weise gleichzeitig eine Sichtverbindung vom inneren Boulevard in die Werkstätten zu ermöglichen.


Die „Köpfe“


Den nördlichen Kopf des Bumerangs bildet ein großer Supermarkt. Beinahe wie ein freistehendes Gebäude kann er sich an dieser Stelle darstellen und präsentieren.
Für den südlichen Kopf ist ein großer spektakulärer Showroom für Autos vorgesehen, entweder für eine Topmarke reserviert oder allgemein nutzbar.


Die innere Erschließung


Ein überdachter Boulevard führt, seiner Form folgend, durch den Bumerang, verbunden durch die zentrale Piazza und Wege zwischen den Ausstellungsflächen der Gebrauchtwagen. Eine Galerie auf der +1 Ebene verbindet die oberen Geschosse der Pavillons und Ausstellungsbereiche miteinander, und erschließt im Westen über den Werkstätten eine Zone mit Shops und Restaurants, die faszinierende Ausblicke auf die Off-Road-Strecke bieten.
Auf dem Boulevard werden immer wieder kleinere Shops und Cafés positioniert, die den Besucher zum Verweilen einladen.


Die Erschließung der Werkstätten und Gebrauchtwagenbereiche erfolgt über die –1 Ebene.


Die äußere Erschließung


Das Gelände des Autozentrums ist sowohl direkt vom Autobahnring wie von der östlich verlaufenden Straße zu erreichen. Eine ausreichend hohe Zahl an Parkplätzen, ringförmig um den Bumerang herum gelegten, erlaubt es den Besuchern, auf kurzem Weg vom Parkplatz in den Komplex zu gelangen. Während die äußeren Ringe der Parkplätze mit Bäumen bestanden sind, ist der innere Ring nur als Markierung aufgetragen. Zusammengeschaltet mit der internen Ringstraße, die direkt vor dem Komplex einmal um den Bumerang herumführt, bildet er bei Bedarf eine Rennstrecke, die um das Autozentrum führt.


Pavillons und Restaurants im ganzen Zentrum bieten dann einen spektakulären Blick auf diese Rennstrecke.


Am westlichen Rand des Grundstück befindet sich die Off-Road-Strecke. Sie nutzt die an dieser Stelle steile Topographie des Geländes und es ist zu prüfen, ob der Bach zumindest in Teilen in die Strecke einbezogen werden kann. Hier können Geländewagen getestet werden, und ggf. auch Wettbewerbe stattfinden.