Neues von der Eyhof-Siedlung
Samstag, den 26. Juni 2010, 14.00 Uhr
Treffpunkt: am Torhaus, Angerstraße 33, Essen-Stadtwald
Text und Führung: Wolfgang Zimmer, Architekt BDA
Keine Anmeldung erforderlich. Die Veranstaltung ist kostenlos.
Die Siedlung Essen-Stadtwald wurde als Kleinstadt im Grünen „vor den Toren der Industriestadt gelegen“ konzipiert und bis 1924 in weiten Teilen fertiggestellt. In gewisser Weise stellt sie einen Gegenentwurf zur etwas früher entstandenen Margarethenhöhe dar, keine Stiftung eines Industriemäzen für seine Arbeiter, sondern ein gemeinnütziger Bauverein, der hier auf der Grundlage eines strengen, in eine abfallende Waldlichtung hinein geplanten Siedlungsentwurfs des Architekten
Josef Rings, eine „Kleinstadt für Beamte und Bürger“ realisierte.
Rings, der genauso wie Metzendorf einige Zeit an der TH-Darmstadt studierte, fühlte sich aber der Neuen Sachlichkeit in der Architektur verbunden. Seine Baukörper sind streng und kubistisch, wenngleich er auch bei der Stadtwaldsiedlung noch kein Flachdach einsetzte. Die Fassaden sind jedoch zeitgemäß schmucklos und nur durch Vor- und Rücksprünge der Eingangsbereiche und Treppenaufgänge gegliedert.
Der Grundriss der hufeisenförmigen Siedlung wird durch einen längsrechteckigen, „Anger“- Platz akzentuiert, der trotz Baumwuchs und einiger Einbauten auch heute noch gut ablesbar ist. Das Torhaus an der Angerstraße bildet nach wie vor den Zugang zur Siedlung.
Leider stand die Stadtwaldsiedlung nicht unter dem konservatorischen Schutzschirm der Denkmalpflege, so dass fast alle Häuser inzwischen tiefgreifend verändert wurden.
Im Rahmen des Baukulturspaziergangs werden wir aber die stadträumlichen Kompositionen von Rings aufspüren und uns an erhaltenen Beispielen einen Eindruck des ursprünglichen Entwurfsgedankens machen.
Architekt: Josef Rings BDA DWB
Bauherr: Gemeinnütziger Bauverein Essen-Stadtwald
Bauzeit: 1920 – 1924
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